Marktposition in der Schweiz
Xing ist in der Schweiz das deutlich kleinere Business-Netzwerk. LinkedIn dominiert klar, sowohl bei den Nutzerzahlen als auch bei der Aktivität. Bereits 2018 lag LinkedIn in der Schweiz mit rund 1,2 Millionen Nutzern vor Xing mit 0,9 Millionen. Schon damals waren rund 80 Prozent der grössten Schweizer Unternehmen auf LinkedIn präsent, bei Xing waren es 58 Prozent. Seither hat sich der Abstand vergrössert.
Aktuelle Nutzerzahlen
LinkedIn weist für die Schweiz heute etwa 5 Millionen Nutzer aus, mit weiterhin wachsender Tendenz. In der gesamten DACH-Region zählte LinkedIn Anfang November 2024 über 25 Millionen Mitglieder, im August 2025 waren es bereits 28 Millionen. Xing kommt im DACH-Raum auf rund 22,5 Millionen Mitglieder. Der Anteil der Schweiz an Xing wird auf etwa 5 Prozent geschätzt, was rund 1,1 Millionen Mitgliedern entspricht. Für die Schweiz publiziert Xing keine eigenen Zahlen mehr.
Aktivität und Entwicklung
Die Mitgliederzahl allein ist nicht aussagekräftig. Entscheidend ist die aktive Nutzung. Im Februar 2026 nutzen in Deutschland 8 Prozent der Verbraucher Xing, bei LinkedIn sind es 15 Prozent. Bis Ende 2021 hatte Xing noch mehr Mitglieder als LinkedIn, danach wurde es überholt. Die Xing-Zahlen stagnieren, während LinkedIn weiter wächst. Für die Schweiz ist die Lücke noch grösser als für Deutschland, weil LinkedIn als internationales Netzwerk in einem Land mit vielen Konzernen und englischsprachigem Geschäftsumfeld besser passt.
Strukturelle Veränderungen bei Xing
Xing hat seine Strategie verschoben. Die Gruppen-Funktion, früher Kern des Netzwerks, wurde abgeschafft, soziale Funktionen und Interaktionsmöglichkeiten wurden reduziert. Die Plattform entwickelt sich zur Jobbörse mit Schwerpunkt auf den deutschen Arbeitsmarkt. Für klassisches Networking, Content-Verbreitung oder Personal Branding ist sie kaum mehr relevant.
Bedeutung für Unternehmen in der Schweiz
Für B2B-Marketing und Recruiting in der Schweiz ist LinkedIn die Standardplattform. Nahezu alle relevanten Unternehmen, Verbände und Entscheidungsträger sind dort aktiv. Profile auf Xing werden in der Schweiz oft nicht mehr gepflegt. Wer in der Schweiz nur eine Plattform pflegen kann, wählt LinkedIn. Eine Xing-Präsenz schadet nicht, bringt aber kaum messbaren Nutzen.
Relevanz für KMU und Handwerk
Für kleine Betriebe, Handwerker oder Vereine im regionalen Geschäft ist Xing in der Schweiz praktisch bedeutungslos. Die Zielgruppe ist dort nicht aktiv. Auch LinkedIn ist für reines Lokalgeschäft nur begrenzt nützlich, hat aber für B2B-Aufträge, Fachkräftesuche und überregionale Sichtbarkeit eine Funktion. Xing erfüllt diese Funktion in der Schweiz nicht.