Jimdo
Jimdo richtet sich an Anwender, die ohne eigene Installation starten wollen. Die Bedienung erfolgt im Browser. Hosting, Domain, Updates und Sicherheit laufen über den Anbieter. Der Nutzer mietet die Plattform und zahlt jährlich.
Die Gestaltung ist an vorgegebene Templates gebunden. Eigene Anpassungen am Code sind eingeschränkt möglich. Funktionen lassen sich im Rahmen der verfügbaren Module erweitern. Sobald jedoch externe Dienste eingebunden werden sollen, steigt der Aufwand deutlich. Die Integration von Buchungssystemen, CRM-Tools, Newsletter-Diensten, Analyse-Werkzeugen oder Zahlungslösungen erfolgt über eigenen HTML-Code, iFrames, Widgets oder Skripte. Dazu sind Kenntnisse in HTML, CSS und JavaScript erforderlich. Auch die korrekte Einbindung von Tracking-Codes, Consent-Lösungen und strukturierten Daten setzt technisches Verständnis voraus.
Hinzu kommen Einschränkungen, die nicht sofort sichtbar sind. Der Zugriff auf den Header-Bereich, auf serverseitige Logik oder auf die Datenbank ist nicht vorgesehen. Wer weiterführende Anpassungen oder saubere Schnittstellen benötigt, arbeitet mit Umwegen. Ein Umzug auf ein anderes System ist aufwändig, weil die Inhalte an die Plattform gebunden sind.
Jimdo eignet sich für Websites mit klarem Rahmen, für Betriebe bis 30 Mitarbeiter, Vereine oder private Projekte.
Joomla
Joomla ist ein Open-Source-CMS mit eigener Installation auf einem Webserver. Das System ist zwischen einem Baukasten und einem Framework angesiedelt. Die Benutzerverwaltung, die Rechtevergabe und die Mehrsprachigkeit sind im Kern enthalten und müssen nicht nachinstalliert werden.
Die Einarbeitung ist anspruchsvoller als bei WordPress. Die Struktur mit Kategorien, Artikeln, Menüs und Modulen folgt einer eigenen Logik. Erweiterungen werden über Komponenten, Module und Plugins eingebunden. Das Angebot an Erweiterungen ist kleiner als bei WordPress, für die meisten Anforderungen jedoch ausreichend.
Joomla passt zu Websites mit komplexeren Strukturen, zu mehrsprachigen Portalen und zu Projekten mit differenzierten Benutzerrollen. Die aktive Community ist kleiner als bei WordPress, die Dokumentation und die Foren sind jedoch gut.
Wordpress
WordPress ist das meistgenutzte CMS weltweit. Der Marktanteil liegt bei rund 43 Prozent aller Websites. Das System wurde ursprünglich für Blogs entwickelt und hat sich zu einer vielseitigen Plattform entwickelt. Es wird auf dem eigenen Webserver installiert und ist Open Source.
Die Bedienung ist einfacher als bei Joomla. Das Backend ist übersichtlich strukturiert. Inhalte werden über den Block-Editor erstellt. Design und Funktion werden über Themes und Plugins ergänzt. Das Plugin-Verzeichnis umfasst über 60'000 kostenlose Erweiterungen, dazu kommen kommerzielle Angebote.
Die grosse Verbreitung bringt Vor- und Nachteile. Die Auswahl an Themes, Plugins und Dienstleistern ist umfangreich. Gleichzeitig ist WordPress ein häufiges Ziel für automatisierte Angriffe. Regelmässige Updates und eine saubere Konfiguration sind Pflicht.
WordPress eignet sich für Blogs, Unternehmenswebsites, Online-Shops mit WooCommerce und Portalseiten. Für kleine wie grosse Projekte lässt sich das System passend einrichten.
Technische Anforderungen
Jimdo benötigt keinen eigenen Server. Alles läuft beim Anbieter. Für den Grundbetrieb reicht die Weboberfläche. Sobald Erweiterungen über Fremdanbieter eingebunden werden, sind jedoch dieselben Kenntnisse gefragt wie bei selbst gehosteten Systemen: Verständnis für HTML, für die Struktur des DOM, für Cookies und für die korrekte Platzierung von Skripten.
Joomla und WordPress werden auf einem Webhosting mit PHP, MySQL oder MariaDB installiert. Die meisten Schweizer Hoster bieten passende Pakete an. Die Installation dauert bei beiden Systemen wenige Minuten. Updates müssen selbst eingespielt werden. Dies betrifft den Kern, die Themes oder Templates und die Erweiterungen. Ohne Pflege entstehen Sicherheitslücken. Bei Jimdo übernimmt der Anbieter diese Aufgaben für die Plattform selbst, nicht jedoch für den eingebundenen Code von Drittanbietern.
Kostenstruktur
Jimdo arbeitet mit einem Abo-Modell. Die Kosten sind fix und enthalten Hosting, Domain und Support. Je nach Paket fallen monatlich zwischen null und rund fünfzig Franken an. Dazu kommen Kosten für externe Dienste, die eingebunden werden, sowie allenfalls für Dienstleister, die diese Integrationen umsetzen.
Joomla und WordPress sind kostenlos. Ausgaben entstehen für Hosting, Domain, kostenpflichtige Themes oder Plugins und gegebenenfalls für Entwicklung und Wartung. Die laufenden Kosten lassen sich gut kontrollieren, der Einstiegspreis ist tiefer, der Aufwand für Pflege und Sicherheit liegt beim Betreiber.
Erweiterbarkeit
Jimdo bietet eine festgelegte Auswahl an Funktionen. Erweiterungen über Dritte sind möglich, erfordern aber manuelle Einbindung und Pflege. Schnittstellen zu komplexeren Systemen wie CRM, ERP oder individuellen Anwendungen stossen an die Grenzen der Plattform. Joomla und WordPress lassen sich über Erweiterungen in nahezu jede Richtung ausbauen. Eigene Funktionen können programmiert werden. Schnittstellen zu Drittsystemen wie CRM, Buchhaltung oder Warenwirtschaft sind möglich.
Suchmaschinenoptimierung
Alle drei Systeme erlauben eine grundlegende Optimierung für Suchmaschinen. Titel, Meta-Beschreibungen und sprechende URLs sind Standard. Bei WordPress und Joomla stehen spezialisierte Erweiterungen wie Yoast SEO oder 4SEO zur Verfügung. Die Kontrolle über technische Details wie Ladezeiten, strukturierte Daten oder die Steuerung der Indexierung ist bei selbst gehosteten Systemen grösser. Bei Jimdo sind diese Einstellungen eingeschränkt und erfordern bei weitergehenden Anforderungen zusätzlichen Aufwand.
Datenschutz und Standort
Bei Jimdo liegen die Daten auf den Servern des Anbieters in Deutschland. Bei Joomla und WordPress wählt der Betreiber das Hosting selbst. Ein Schweizer Hosting mit Serverstandort in der Schweiz ist ohne Weiteres möglich. Werden bei Jimdo externe Dienste eingebunden, sind diese in der Datenschutzerklärung separat zu deklarieren. Auch hier ist technisches und rechtliches Verständnis notwendig.
Entscheidungshilfe
Ein Projekt mit klar abgegrenztem Funktionsumfang und mit externer Integrationen ist bei Jimdo gut aufgehoben. Sobald Schnittstellen, Tracking oder individuelle Funktionen ins Spiel kommen, entfällt der Vorteil der einfachen Bedienung. Wer eine strukturierte, mehrsprachige Website mit differenzierter Rechteverwaltung plant, findet in Joomla eine solide Basis. Für alle Projekte, die Flexibilität, eine breite Auswahl an Erweiterungen und eine aktive Community benötigen, ist WordPress die naheliegende Wahl.
Die Entscheidung sollte vor dem Aufbau getroffen werden. Ein späterer Wechsel zwischen den Systemen bedeutet immer Migrationsaufwand, insbesondere bei den Inhalten, den URLs und den integrierten Funktionen.